Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) hat Bundesverkehrsminister
Dr. Manfred Stolpe in einem Dankesschreiben seine Anerkennung und Freude
dafür ausgedrückt, dass dieser im Interesse des gesamten Taxigewerbes
eine vom saarländischen Minister Georgi geforderte Lockerung der
Verordnung über Betrieb von Kraftfahrunternehmen (BOKraft) abgelehnt
hat. Dr. Stolpe hat sich am Mittwoch, den 11. Juni 2003 - direkt nachdem
sich bundesweite Presse in Gestalt der Süddeutschen Zeitung in einem
objektiven Bericht dem Thema "Taxifarbe" angenommen hatte - über seinen
Sprecher Felix Stenschke wie folgt dazu erklärt:
Jedes Kind erkennt ein Taxi an seiner Farbe, jeder Markenartikler würde
sich über einen solchen Wiedererkennungswert freuen. Die Farbgebung hat
sich bewährt, sie erhöht die Verkehrssicherheit und ist ein gängiges
Erkennungsmerkmal. "Der Pressesprecher hatte in der Berliner
Pressekonferenz weiter darauf hingewiesen, dass die saarländische
Initiative sehr große Empörung im Taxigewerbe hervorgerufen habe und es
nur einen sehr kleinen Taxiverband gebe, der eine solche Farbänderung
befürwortet.
Im Saarland gibt es seit wenigen Wochen auch Taxis in silber- und
graumetallic, weiß, blau, und cremefarben. Die Landesregierung hatte für
insgesamt sieben Wagen die Ausnahmegenehmigung erteilt, von der
Einheitsfarbe abzuweichen. Es ist nicht Aufgabe des Staates, eine Farbe
vorzuschreiben", sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums,
Christoph Schröder, der AP.
"Wir haben schon genug Reglementierungen in Deutschland." Die
Landesregierung erarbeitet nun eine Bundesratsinitiative, mit der eine
bundesweite Abschaffung des Farbzwangs erzielt werden soll.
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums hat die saarländische
Initiative "sehr große Empörung" im Taxigewerbe hervorgerufen. Die
deutschen Taxis tragen seit 1970 die Farbe Elfenbein. Vorher waren sie
einheitlich schwarz.
Der Bundesverband hat nun in seinem Schreiben an Dr. Manfred Stolpe
unterstrichen, dass der Minister mit dieser eindeutigen Positionierung
dem Wunsch von sicherlich 85 % der deutschen Taxiunternehmer entsprochen
hat, die nämlich wissen, was sie an einer einheitlichen Farbgebung
haben. Ohne Frage gebe es eine Minderheit von Taxiunternehmen, die
durchaus eine Farbfreigabe befürworten. Sicherlich mehr als in anderen
Branchen herrsche aber im Taxibereich eine ausgeprägte Vielfältigkeit,
was daran liege, dass annähernd 80 % der Unternehmer Kleinstbetriebe mit
1 oder 2 Fahrzeugen leiten und darüber hinaus die unternehmerische
Verweildauer im Gewerbe durchschnittlich nicht sehr viel mehr als 4 -
5 Jahre betrage. Der Bundesverkehrsminister - so derBZP weiter - habe
mit seinen 100%ig richtigen Ausführungen dem Mehrheitswillen und -
denken entsprochen, was nicht nur im Interesse der Taxiunternehmer
selbst sei, sondern auch den Verbrauchern diene. BZP-Präsident Hans
Meißner in seinem Schreiben weiter: "Wir freuen uns sehr, in Ihnen einen
Fachminister zu haben, der treffsicher und schnell die Interessenlagen
erkennt und sich auch nicht scheut, branchenfreundlich gegen scheinbar
"moderne" Deregulierungstendenzen zu entscheiden. Mit Ihrem
Einschreiten, sehr geehrter Herr Dr. Stolpe, haben Sie einen immensen
Schaden für das Gewerbe selbst, aber auch für die Bevölkerung
verhindert. Es geht bei der Thematik der einheitlichen
Hellelfenbeinfarbe der Taxis nämlich nicht nur um den Erhalt einer
höchst wertvollen Corporate Identity für einen Gewerbezweig, sondern
mittelfristig absehbare Folgen einer Farbfreigabe wären erhebliche
Qualitätseinbußen bei der Dienstleistung "Taxi". Dafür noch einmal
unseren aufrichtigen und herzlichen Dank!"
Bundesverkehrsminister Dr. Stolpe hat zum richtigen Zeitpunkt ein
wichtiges Zeichen gesetzt!