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Der Verein Opferhilfe e.V.

Anfang März 2002, während der Internationalen Tourismusbörse, wurde eine Kollegin am frühen Abend überfallen.

Während eines Ampelstopps in der innerstädtischen Zoogegend sprangen zwei junge Männer in den Fond ihres freien Taxis und wollten von ihr in eine Straße eines nördlichen Bezirks gefahren werden. Unterwegs führten sie ein Telefonat, worauf hin sie als Fahrziel einen anderen Bezirk angaben. Kurz vor dessen Erreichen änderten sie das Fahrziel noch einmal auf eine nahe gelegene, verkehrsberuhigte Straße.
 
 Während des Kassierens wurde die Geldbörse der Taxifahrerin unter Gewalteinwirkung (Skalpell und Würgegriff) von einem der Täter entwendet, bevor er ihr Taxi fluchtartig verließ. Der Zweite verlangte unter Drohung mit der gleichen Waffe auch die Herausgabe ihrer persönlichen Sachen. Darauf reagierte sie spontan mit "fahrtechnischen Kapriolen", mit denen sie - der Erfolg bestätigt ihr richtiges Handeln in dieser Situation - den 2. Täter, der dadurch sogar das Messer als Beweisstück am Tatort hinterließ, unverrichteter Dinge in die Flucht schlug.
 
 Danach war sie nervlich erst mal "alle". Kollegen kamen zu Hilfe, Polizei, Anzeige ...
 
 Nachdem sie "in der Zeit danach" mit dem Erlebten immer noch nicht "fertig geworden war", wandte sie sich zuerst an ihre Funkzentrale, dann an beide Gewerbevertretungen mit der Bitte, ihr bei der Aufarbeitung der seelischen Folgen des Überfalls zu helfen. Aber es existierte dahingehend nichts im Berliner Taxigewerbe!
 
 Wir luden sie zu einem Gespräch in den "Arbeitskreis Taxisicherheit" ein, das sie auch gerne in Anspruch nahm. Zufällig hatten wir gerade über unsere Mitarbeit im "Gustav-Hartmann-Unterstützungsverein" von der segensreichen Arbeit des Berliner Vereins "Opfer Hilfe" gehört, den wir aufgesucht haben, um für die betroffene Kollegin, aber auch für uns alle Genaueres zu erfahren.
 
 Der Verein "OPFER HILFE - Hilfe für Opfer von Straftaten in Berlin" wurde 1986 von sozial engagierten Personen aus der Gefängnisseelsorge, der Straffälligen- und Bewährungshilfe und der Jugendhilfe gegründet. Ziel ist es, Opfer von Straftaten in Einzelgesprächen zu beraten und zu begleiten und die allgemeinen Bedingungen für die Opfer zu verbessern. Dieses Ziel konnte durch die Einrichtung der in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Justiz betriebenen Opferberatungsstelle in Berlin-Moabit 1992 verwirklicht werden. Dort arbeiten zum Wohle der Opfer drei Vollzeitkräfte. Gedemütigte, geschädigte Opfer aus allen gesellschaftlichen Schichten und Berufen werden hier, unabhängig von Schwere und Deliktart, beraten. Die beiden Damen Du Bois und Kirchner (Geschäftsführerin) und Herr Brömel sind ausgebildete Sozialarbeiter(innen) sowie Sozial- bzw. Dipl. Pädagoginnen. Sie beraten mit sehr viel Einfühlungsvermögen in die Situation der Hilfe suchenden (Taxifahrer/innen) nicht in kalten Büros, sondern in Räumen "zum Wohl fühlen".
 
 Das Besondere jedoch ist: Es werden keine namentlichen Akten geführt. Die Beratungen sind also völlig anonym und vertraulich! Kontaktaufnahme, Gesprächsbeginn und -weiterführung, die Intensität, die Form der Beratung und Unterstützung sowie deren Dauer (einmalig, wöchentlich, monatlich, auch über ein ganzes Jahr!) werden zwischen den Hilfesuchenden und der Beraterin individuell vereinbart. Hier kann man sich mit professioneller Hilfe die verwundete Seele "freiquatschen".
 
 Information und Vorbereitung bzw. auf Wunsch auch die Begleitung zu einem Gerichtsverfahren gehört zum Tätigkeitsbereich. Drei von vier der Hilfe suchenden Opfer sehen den Hauptgrund für die Inanspruchnahme von Beratungen jedoch in den psychischen Folgen der Straftaten (auch für Partner und Verwandte der Opfer möglich!).
 
 Die Mitarbeiter der "Opfer HilfeHilfe" haben kein starres Beratungskonzept, an das sie die Opfer anpassen, sondern sie versuchen sich beim Zuhören und im Gespräch hineinzudenken und zu erfassen, was das Opfer erlebt hat. Allein das Opfer kann die Tat verarbeiten, den Alltag bewältigen und die Konsequenzen aus dem Erlebnis ziehen. Dabei bieten die drei Profis des Vereins "Opfer-Hilfe" Unterstützung und Begleitung an.
 
 Es ist uns eine besondere Genugtuung mitteilen zu können, daß diese Hilfe für jedes Opfer einer Straftat in Berlin über die ganze Zeit der Betreuung KOSTENLOS ist!
 
 Als Steuerzahler verfolgen nicht nur Taxifahrer oft deprimiert bis erzürnt, welcher finanzielle Aufwand für die Strafverfolgung und Resozialisierung der Täter betrieben wird - die Opfer fallen "von Staats wegen" hinten runter!
 
 Hier setzt die Senatsverwaltung für Justiz die von Tätern an die Justizkasse entrichteten Strafgelder an der einzig richtigen Stelle ein!
 
 Die Beratungsstelle befindet sich in: 

10551 Berlin, Oldenburger Str. 38
 Tel.: 030 - 395 28 67 o. 395 97 59
 Mo - Fr von 10-13 Uhr Di + Do von 15-18 Uhr 

info(at)opferhilfe-berlin.de 
 www.opferhilfe-berlin.de

kann die Taxifahrerin / der Taxifahrer nach Überfällen und anderen schweren Übergriffen eine vertrauliche Beratung verabreden.
 
 Bei Bedarf sind Informationsblätter und Visitenkarten der "Opfer Hilfe" bei der "Innung des Berliner Taxigewerbes e.V.", dem "Taxi Verband Berlin, Brandenburg e.V." und den Funkzentralen erhältlich, die wir eventuell auch in seelische Not geratenen Fahrgästen anbieten können.
 
 Die Beratungsstelle muß einen Teil ihres Etats durch selbst erwirtschaftete Gelder decken. Wer Taxifahrern hilft, den sollten Taxifahrer schon vorher unterstützen. Sollte man bei einer Verkehrsangelegenheit vor Gericht gegen Zahlung einer Buße an eine gemeinnützige Organisation die Einstellung des Verfahrens erreichen können, so hat man die Wahl, wem die Überweisung zu Gute kommen soll. Hier bietet sich das Konto 410 404 -107, Postbank Berlin, BLZ 100 100 10 an, ebenso für freiwillige Spenden. Unter Verwendungszweck sollte "Zweckgebundene Spende zur finanziellen Unterstützung von Opfern" eingetragen sein.
 
 Der gewerbeeigene "Gustav-Hartmann-Unterstützungsverein e.V." hilft in Not geratenen Taxifahrern nach Überfällen und Körperverletzungen durch Geldzuwendungen. Auch unser gemeinnütziger Verein ist bei Gericht als Zahlungsempfänger für Bußgelder gelistet, kann aber auch weiterhin mit freiwilligen Spenden bedacht werden.
 
 Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00, Konto-Nr. 230 30 110

Nun noch ein Hinweis für unsere überregionalen Leser: Der Berliner Verein "OPFERHilfe" ist Mitglied im Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (ado).
 Weitere 23 Beratungsstellen befinden sich in Bautzen - Brandenburg - Cottbus - Dessau - Dresden - Gießen - Görlitz - Halberstadt - Halle - Hamburg - Hanau - Kassel - Leipzig - Lüneburg - Magdeburg - Mannheim - München - Potsdam - Rostock - Saarbrücken - Senftenberg - Stendal und Wiesbaden. Diese Vereine sind allerdings unterschiedlich organisiert. Dort wird eventuell mit (moderaten) Kosten zu rechnen sein. Trotzdem sollten sich die jeweils umliegenden Gewerbevertretungen mit ihrer "OPFER Hilfe" in Verbindung setzen, um ihren Mitgliedern nach Überfällen und anderen schweren Übergriffen professionelle Hilfe anbieten zu können. 


 Brigitte und Jörg Sans 

 

Zeugenbetreuung und WEISSER RING und BG Verkehr - Traumalotsen

 

 

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