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Arbeitskreis Taxisicherheit

1995 war ein schreckliches Jahr für das Deutsche Taxigewerbe. Es gab 337 registrierte Überfälle mit zahlreichen verletzten Taxifahrern. 10 Kolleginnen und Kollegen wurden in ihren Taxis ermordet!

Daraufhin bildete sich 1996 unter der Führung der Innung des Berliner Taxigewerbes e.V. der "Arbeitskreis Taxi-Sicherheit". Der Initiator war Hanno Krieg vom Vorstand der Innung des Berliner Taxigewerbes e.V.. Er gewann Ilona Schäfer, Gerhard Uhlig, Brigitte und Jörg Sans für die Mitarbeit. Alle waren langjährige Taxifahrerinnen und die Taxifahrer, eben Praktiker.

Ziel der Arbeit war und ist die Konfrontation zukünftiger Taxifahrerinnen und -fahrer, aber auch "alter Hasen" mit den besonderen Gefahren ihrer Tätigkeit, die Sensibilisierung bei der Erkennung einer sich anbahnenden Gefahrensituation, das Aufzeigen von Verhaltensregeln zur Deeskalation bestimmter gefahrenträchtiger Situationen sowie die Darstellung aktiver und passiver Sicherheitseinrichtungen in- und außerhalb des Fahrzeuges.

Regelmäßige Treffen mit Vertretern des LKA Berlin führen nach der Analyse realer Vorkommnisse zur Erarbeitung praxisnaher Hinweise und Vorschläge für mehr Sicherheit. Diese können in Sicherheitsseminaren geübt werden.

Ein wesentliches Ergebnis der weiteren Zusammenarbeit mit Vertretern der Funkzentralen, der Polizei, Verkehrspolitikern und Fachleuten auf dem Gebiet Sicherheit und Personenschutz ist die Herausgabe einer bundesweit Beachtung erzielten 80-seitigen Broschüre mit dem Titel "Sicherheit im Taxi - ist sie machbar?"

Die Broschüre war zum Preis von € 1,55 bei der Innung erhältlich. Alle 10.000 Exemplare sind inzwischen vergriffen. Fragen zur Sicherheitsbroschüre, zur geforderten Sicherheitsausbildung für Taxifahrer und den Seminaren mit Heinrich Kuhlmann richten Sie an die Innung.

Der "Arbeitskreis Taxisicherheit" hat seine Arbeit am 13. August 2014 beendet. 

Sicherheitsausbildung für Taxifahrer

Notwendig ist die Ergänzung der Ortskundeprüfung um das "Abfragen von Verhaltensmustern im Taxifahrdienst zur Erhöhung der Sicherheit des Fahrpersonals".

Unsere Motivation zur Erstellung eines Leitfadens, der im April 1999 erschienenen Broschüre "Sicherheit im Taxi - ist sie machbar?" war, daß das Taxigewerbe bei jedem schweren Angriff auf Taxifahrer und Taxifahrerinnen erschüttert und hilflos reagierte. Das Taxigewerbe formulierte mehrmals "wütend und mit geballter Faust in der Tasche". Irgend jemand muß doch mal die Faust aus der Tasche nehmen! Das hat der BZP 1995 mit dem Band 3 seiner Schriftenreihe "Mehr Sicherheit im Taxi - Wie kann ich mich schützen?" getan. Dieser erste Schritt des Handelns wurde durch unsere Ausarbeitung erweiternd vertieft. 

2006 brachte der BZP eine weitere Sicherheitsbroschüre heraus, 2008 schon die 2. Auflage. "Taxi fahren - aber sicher" behandelt sowohl Überfallsicherheit als auch Verkehrssicherheit und Arbeitssicherheit am "Arbeitsplatz TAXI".  zur Broschüre "Taxi fahren - aber sicher" 

 

Sicherheitstraining: praktische Übungen in den Räumen der BG Verkehr

Resultierend aus unserer Bearbeitung der zwei Themenbereiche Sicherheitstechnik, die wir bei dieser Betrachtung in den Hintergrund stellen wollen, und Verhalten der Taxifahrer gegenüber der Kundschaft, aber auch umgekehrt, worin durch die Wechselwirkung viele Ursachen für Spannungen über Handgreiflichkeiten bis zu Angriffen auf uns Taxifahrer begründet sind, legen die Autoren wert auf eine der Sicherheitsproblematik angemessene Anfängerausbildung als Prüfungsvorbereitung.

Wie sieht die Praxis aus? Am Beispiel einiger Vorkommnisse der letzten Jahre sei die Situation des Gewerbes illustriert :

  • Polizisten werden bei einfachen Verkehrskontrollen willkürlich erschossen die Sicherheit aller Polizisten (schußsichere Weste, Ausbildung und Waffengebrauch zum Selbstschutz) wird von Fachleuten und den Medien diskutiert und überprüft.
  • Zum wiederholten Male greift ein "Kampfhund" Personen an, kürzlich ein Kind! Erst jetzt wird die Sicherheit aller Bürger von Fachleuten und den Medien diskutiert und überprüft und endlich etwas gesetzlich dagegen unternommen.
  • Eine Taxifahrerin / ein Taxifahrer wird schwer verletzt oder gar getötet. Die Sicherheit aller Taxifahrer wird von den Fachleuten und den Medien diskutiert und überprüft. Das Taxigewerbe muß seit Jahrzehnten mit diesen Unzulänglichkeiten leben!

Die Öffentlichkeit bemerkt unser Gewerbe nur, wenn Tote zu beklagen sind!

Bisher erledigten wir unseren Job eigentlich mit dem Verdrängen der Gefahren: "Augen zu und durch, es wird schon gut gehen." Aber, jetzt gibt es doch Möglichkeiten der technischen Vorbeugung, welche Fachleute empfehlen! Satellitenortungsnotruf, Videoüberwachung usw. werden von unseren Verbänden, Zentralen und der Industrie propagiert und angeboten.

Was geschieht aber mit dem Fahrpersonal?

Zukünftige Taxifahrerinnen und Taxifahrer sollten nach der Prüfung für die "Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung" (FzF) nicht mehr so blauäugig in den Berufsalltag entlassen werden, wie es bisher geschieht! Dazu muß aber an dem verkrusteten, dem in der Praxis besonders in den Großstädten oft mangelhaften Ausbildungssystem etwas geändert werden.

Das betrifft:

  • bessere Ortskenntnis nach bestandener Prüfung
  • bessere Kenntnis der gesetzlichen und steuerlichen Verordnungen und Vorgaben (Höhe der Mehrwertsteuersätze zum korrekten Eintrag in die Fahrpreisquittung ...)
  • ein kundenfreundliches Äußeres von "Mensch und Maschine" (Fahrer & Taxi) sowie ein kundenfreundliches, dienstleistungsgemäßes Verhalten des Fahrpersonals (behilflich sein, gemäßigte Fahrweise...)
  • und besonders risikobewusstes Verhalten in angespannten wie auch eskalierenden Situationen

 Im Verlauf zahlreicher Funkschulungen für Anfänger nach bestandener Ortskundeprüfung mußten : 

     
  • die lückenhafte, oft gar nicht erfolgte Information der Prüflinge über tarifliche bzw. gesetzliche Vorschriften wie auch das zukünftige Verhalten als Dienstleister ("Ich bin doch nicht der Butler des Fahrgasts!") wie auch
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  •  die die Risiken unseres Berufes betreffende Unbedarftheit immer wieder festgestellt und bemängelt werden. 
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Während der schon länger anhaltenden Rezession wurde erfreulicherweise viel über die Qualität unserer Dienstleistung nachgedacht und veröffentlicht. Die Beiträge von Gewerbemitgliedern und Redakteuren in der bundesweiten Taxipresse zeigen, daß die Anfängerausbildung über die Schulung der Ortskunde hinaus um die erwähnten notwendigen Themen, nämlich "Taxifahrers Handwerkszeug", ergänzt werden muß, was in engagierten (Berliner) Taxibetrieben schon selbstverständlich ist. 

In der bundesweiten Fachzeitschrift "taxi heute" 5/2000 S. 12 heißt es u. a.:
 "Richtiges Verhalten bei Taxiüberfällen setzt auch eine entsprechende Qualifikation des Taxifahrers, insbesondere zu psychologischen, organisatorischen und technischen Fragen voraus. Von daher sollte die regelmäßige Teilnahme an Sicherheitsseminaren für den Berufsstand der Taxifahrer Selbstverständlichkeit sein. Das Schulungsangebot müßte sowohl sicherheitstechnische als auch am Verhalten der Taxifahrer orientierte Präventionselemente enthalten."

Nur Ortskunde allein macht in dieser flauen Zeit keinen guten Taxifahrer aus. Wir transportieren keine Waren, sondern befördern für deren gutes Geld Menschen, manchmal auch schwierige Kunden! 

Seit Anfang 2000 führen die beiden Gewerbevertretungen in Berlin (und anderswo?) die Organisation und Leitung der Ortskundeprüfung ohne die Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde (LABO) durch. Hier ist erkannt worden, daß die Abnahme der Prüfung zum Berufszugang am besten von den Profis durchgeführt wird.

Im Zuge der Qualitätsverbesserung der Dienstleistung läßt sich, wie in jedem Beruf, während der Ausbildung eine starke Pflanze setzen, die später dann auch gute Früchte tragen wird! Die Praxis zeigt doch: Gut ausgebildetes (Fahr)personal stellt die Kunden zufrieden und hat demzufolge weniger Ärger! Und unsere Fahrgäste können dadurch zum öfteren Benutzen eines Taxis bewegt werden! 

Das Taxigewerbe muß seine Fürsorgepflichten für sein Personal selbst erfüllen!

Haben nicht die Unternehmer im Taxigewerbe, egal ob "Großbude" oder "Einzelkämpfer", für ihre Fest- als auch Aushilfsfahrer die gleiche Fürsorgepflicht wie die Chefs von Groß- und Kleinunternehmen in Industrie und Handwerk?

 Die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen nutzt diese Schulungsinhalte nun auch für die inzwischen zur Pflicht gewordene jährliche Arbeitssicherheitsunterweisung von angestellten Taxifahrern in Kleinstbetrieben des Taxigewerbes. Unser Thema "Sicherheit im Taxi" wird vom "ASD", aber auch anderen Betreuungsfirmen thematisiert. In dem vorgegebenen 45-minütigen Zeitrahmen wird es allerdings über Allgemeinplätze nicht hinausgehen. Hier können dem Thema "Taxifahrersicherheit" höchstens 30 Minuten gewidmet werden! 

Wollen wir irgendwann in der Zukunft eine Berufsanerkennung für unseren "Job" erreichen, so muß das Taxigewerbe dafür sorgen, daß Lehrinhalte aufbereitet und angeboten werden! Gleichzeitig muß auf diesem Weg dorthin vorerst von der Politik wenigstens die Möglichkeit gefordert werden, diese Sicherheitsinhalte auch zu Prüfungsinhalten zu machen. Dazu notwendige (gesetzliche) Änderungen der Prüfungsordnungen müssen vom Gewerbe eingefordert werden! 

Warum muß alles immer von außen kommen? Hat das deutsche Taxigewerbe bei etwa 200.000 Taxifahrern nicht einige Praktiker aufzuweisen, die dem Gewerbe auch auf dem Gebiet der Fahrerausbildung Wege aufzeigen können, die (fast) kein Geld kosten, um zukünftig gut informierte, auch den Gefahren unseres Berufes angemessen ausgebildete Anfänger auf den Bock zu setzen? 

Unser Anliegen ist die Verhaltensschulung der Berufsneulinge während der Ortskundeausbildung zum Bestehen der erweiterten Prüfung zur FzF. Unsere Vorstellung geht dahin, daß wir zur bisherigen Prüfung der Ortskunde als alleiniges Kriterium für den Zugang zum "Beruf" als weitere praxisrelevante Prüfungsinhalte mindestens ein Grundwissen zu Fragen der Sicherheit der Taxifahrer abfordern lassen wollen, wodurch Gesundheit und Leben zukünftiger Kolleginnen und Kollegen gerettet werden können! Die Vermeidung der "kleinen Streitigkeiten" des Taxifahreralltags vermeiden deren Eskalation. Ist nicht für Fahrer und selbst fahrende Unternehmer neben dem Ertrag ihrer vielstündigen Arbeit die persönliche Sicherheit am "Arbeitsplatz Taxi" das wichtigste Thema, das es zu verbessern gilt? ..... 

Dazu möchten wir beitragen in 2002. 

 ARBEITSKREIS TAXISICHERHEIT
 in der Innung des Berliner Taxigewerbes e.V. 

Brigitte Sans   Jörg Sans    Gerhard Uhlig   Andreas Birkhahn 

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Die zukünftigen Sicherheitsseminare der BG Verkehr finden in Berlin immer im Haus der BG Bau, Hildegardstr. 28, 10715 Berlin, statt.

Als Grundlage gibt es zuerst zwei Tage theoretische Ausbildung.

Später folgen zwei Tage praktische Übungen.

Ein drittes Seminar, dass auf die beiden ersten aufbaut, wird einmal im Jahr 2-tägig angeboten. 

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Hinweise für Opfer und Zeugen :

Der Verein "OPFER HILFE - Hilfe für Opfer von Straftaten in Berlin" wurde 1986 von sozial engagierten Personen aus der Gefängnisseelsorge, der Straffälligen- und Bewährungshilfe und der Jugendhilfe gegründet. Ziel ist es, Opfer von Straftaten in Einzelgesprächen zu beraten und zu begleiten und die allgemeinen Bedingungen für die Opfer zu verbessern. Dieses Ziel konnte durch die Einrichtung der in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Justiz betriebenen Opferberatungsstelle in Berlin-Moabit 1992 verwirklicht werden. Dort arbeiten zum Wohle der Opfer drei Vollzeitkräfte. Gedemütigte, geschädigte Opfer aus allen gesellschaftlichen Schichten und Berufen werden hier, unabhängig von Schwere und Deliktart, beraten. Die beiden Damen Du Bois und Kirchner (Geschäftsführerin) und Herr Brömel sind ausgebildete Sozialarbeiter(innen) sowie Sozial- bzw. Diplom-Pädagoginnen. Sie beraten mit sehr viel Einfühlungsvermögen in die Situation der Hilfe suchenden (Taxifahrer/innen) nicht in kalten Büros, sondern in Räumen "zum Wohl fühlen".

Beratungsstelle: 10551 Berlin, Oldenburger Str. 38.
Tel.: 030 - 395 28 67 und 395 97 59
Mo - Fr von 10-13 Uhr Di + Do von 15-18 Uhr.

Nach Straftaten werden Opfer "von Staats wegen" als Zeugen vorgeladen. Hier beginnen die gefühlsmäßigen Schwierigkeiten nicht erst beim Zusammentreffen des Opfers mit dem Täter im Gerichtssaal, sondern schon vor der Hauptverhandlung beim Warten im Gang. Dies zu vermeiden bietet seit dem 9. Mai 2001 die "Zeugenbetreuung im Amtsgericht Tiergarten und Landgericht Berlin" durch die Einrichtung eines "Zeugenzimmers" an.



Kriminalgericht Moabit Eingang Wilsnacker Straße 6
Räume B 020/21 Tel.: 9014-3498 und 9014-3206

Behindertengerechter Zugang ist gewährleistet.

 

Bitte beachten Sie auch unsere anderen Themen:

WEISSER RINGFotogalerie, Öffentlichkeitsarbeit, Seminare, Tipps & Links, Sicherheitstechnik

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